Kanu-Club Lampertheim 1952 e.V.
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Deutscher Meister Titel geht zum Kanu-Club

Eine ganz besondere Deutsche Meisterschaft fand im August für die Kanurennsportler statt. Besonders, weil wegen der pandemiebedingten Einschränkungen die Meisterschaft zweigeteilt wurde und besonders, weil es die 100 te deutsche Meisterschaft im Kanurennsport war. Daher wurde auch als Austragungsort die Geburtsstätte des deutschen Kanu-Verbandes  - Hamburg gewählt.

Für einige Sportler des Kanu-Club war es das erste Mal, dass sie überhaupt an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen durften. Im letzten Jahr fand für die Schüler keine Möglichkeit des Kräftemessens statt und die Sportler mussten ein weiteres Jahr Motivation, Schweiß und Trainingsfleiß aufbringen, um in diesem Jahr bestens vorbereitet an den Start gehen zu dürfen.

Einen glänzenden Auftakt legte Niclas Ohl hin, der sich im Einer für den A-Endlauf qualifizieren konnte. Ein toller 8. Platz war schon eine hervorragende Leistung in einem Feld mit Sportlern aus ganz Deutschland, die die Möglichkeit von Sportinternaten nutzen können. In der Kanumehrkampf-Disziplin konnte Niclas sogar noch ein Schippchen drauflegen und erreichte mit einem fehlenden Punkt Platz 4 und damit knapp am erhofften Siegertreppchen vorbei. Da das Paradeboot der Vierer auf Grund krankheitsbedingtem Ausfall eines Sportlers ausfallen musste, war nun der Hauptaugenmerk auf dem Zweier mit Niclas Ohl und Michelangelo Balanescu.

Um 6 Uhr morgens gehen die Zwei auf`s Wasser zum Einfahren. Der Endlauf für den sie sich qualifizieren konnten sollte gegen 8.30 Uhr gestartet werden. Boot einstellen, die Bahnnummer auf dem Boot befestigten und die Rückennummer auf das Trikot pinnen. Aufwärmübungen und Einfahren, wie schon tausend Mal im Training geübt und dann kommt der Start gegen die besten 8 Mannschaften Deutschlands. Nach dem erfolgten Startsignal ging es auf die 500 mtr. Strecke und lange Zeit waren unsere zwei Jungs mit beim vorderen Feld. Nach einem tollen Schlußspurt konnten sie endlich die Luft auf dem Siegertreppchen schnuppern – diesmal aber auf dem Kleinsten – Bronzemedaille und erste Zufriedenheit erreicht.

Jetzt war noch der Langstreckenzweier zu fahren. 2000 mtr. werden mit einer Wende gefahren. Im großen Pulk wird gestartet. Vordefinierte Bahnen gibt es nicht. Jeder kann die Strecke auf eigene Weise fahren. Vor dem Rennen unterhalte ich mich mit den Beiden und ich frage sie, wie sie sich einschätzen und Miki sagt zu mir: „Wir sind heiß das Rennen zu gewinnen.“ Ich lache und erkläre, dass das wohl alle Sportler so sehen, die hier starten. Da ich selbst als Kampfrichterin auf der Deutschen Meisterschaft im Ziel eingesetzt wurde, konnte ich das Rennen von dort aus verfolgen. Der Start befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Zielturms und ins Ziel müssen sie ja sowieso fahren. Direkt nach dem Start sehe ich, wie sich unser Zweier, eine Dreiergruppe anführend, vom Feld absetzt. Nun geht es 1000 mtr. Richtung Wende. In der Wende können einige Dinge passieren, wie Behinderung oder falsches Anfahren. Aber als die Dreiergruppe wieder die letzte 500 mtr. Marke passieren, liegen sie immer noch in Führung. Später sehe ich ein von den Trainern Manuel Kern und Fabian Höfle aufgenommenes Video und stelle fest, dass die Trainer die Jungs geradezu ins Ziel angefeuert haben. Die Kameraführung am Ende des Videos ist eher Richtung Himmel und Füße gehalten. Niclas und Mikki haben geschafft, was vor ihnen schon über 10 Jahre keiner mehr im Kanu-Club geschafft hat, nämlich die Goldmedaille und den Ehrenpokal auf dem Siegerpodest entgegen nehmen zu dürfen.

Der Kanu-Club ist sehr stolz auf seine Sportler, auch auf die Sportler, die keine Medaille erreicht haben, aber dennoch viel Aufwand für den Erfolg betrieben haben. Nach der Deutschen ist vor der Deutschen und so starten wir nach einer kurzen Trainingspause und nach der noch ausstehenden hessischen Meisterschaft in die Vorbereitungsphase für die Deutsche Meisterschaft 2022 in Brandenburg.

von: Ulrike Gliem